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Weihnachtsfeier

Aktualisiert: 1. Nov 2018


Es dauerte nicht lange, da begannen die Kellnerinnen, mit Tequila herumzugehen. Cecilia hielt sich sicherheitshalber zurück, aber die wenigsten ließen sich lange bitten. Bald begann eine Sauferei, wie man sie sonst nur aus Schülerkreisen kannte. Die Musik wurde lauter und die Menschen gingen mehr auf Tuchfühlung. Doch wo auch immer sie sich hinbewegte, im Zentrum ihrer Welt befand sich Alexander. Nah und doch unendlich weit weg. Begehrt von allen, wie es schien, hatte er für jeden ein freundliches Wort, ging ihr aber geflissentlich aus dem Weg.
»Hey, meine Liebe! Amüsierst du dich gut?« Karsten legte ihr gut gelaunt den Arm um die Schultern.
»Na klar!«, log sie und zwang sich, nicht mehr ständig zu Alex herüberzuschauen. Glücklicherweise entdeckte sie etwas, das für Ablenkung sorgte.
»Wow, was ist denn da los!«
»›Wehe, wenn sie losgelassen!‹«, kommentierte Karsten trocken.
In der Gruppe links von ihnen schien der Alkohol bereits stärkere Wesensveränderungen hervorgerufen zu haben. Ganz offenbar hatten sie den Spaß von Trinkspielen entdeckt. Mit einem leichten Anflug von Fremdschämen beobachteten sie, wie Yvonne, die etwas unförmige Requisiteurin, unter lautem Gejohle der Männer anfing, auf einem der mit Currywurstresten beschmierten Tische zu strippen.
»Hey, Yvonne, vielleicht solltest du mal kurz an die frische Luft gehen!«, versuchte Jenna, eine Eskalation des Ganzen zu verhindern. Cecilia musste sich abwenden, als sie tatsächlich nur noch in ihrem extrastützenden BH vor allen stand und verführerisch lächelnd die Hüften bewegte.
Da endlich griff Karsten ein: »Komm, du hast genug gefeiert!«
Kaum hatte er sie vom Tisch gezogen, kotzte sie ihm postwendend auf die Schuhe, ausgerechnet seine heißgeliebten maßgefertigten Budapester.

Dies ist ein Ausschnitt aus "Wer den Frosch küsst"


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